06 September 2006

Trottoir als Pissoir

Montpellier ist zwar schön, hat aber auch seine Schattenseiten. Besonders auffällig: die äusserst zahlreichen SDF. Diese Abkürzung verwenden die Franzosen für Obdachlose (Sans Domicile Fixe). Sie sitzen vor Einkaufszentren, schnarchen in Parks, betteln nach Zigaretten, lassen ihre Hunde frei herumlaufen und malträtieren sie auch des öfteren. An diese Bilder gewöhnt man sich hier allmählich, obwohl es doch äussert komisch anmutet, wenn sogar bei Strassenkreuzungen (Kreiseleinfahrt) Bettler stehen, um von den im Stau stehenden Automobilisten ein paar "Sous" zu erhalten.

Heute morgen, auf dem Gang zur Schule passierte bisher Ungesehenes. 10 Meter vom Eingang unserer Schule (mitten im Zentrum) entfernt, erblickten wir eine Dame, auf dem Boden kauernd. Ein immenser Wasserstrahl plätscherte auf den Boden. Als erstes dachte ich: "Wow, das sieht ja fast so aus, als würde die Frau urinieren, dabei spritzt sie doch nur mit einem Schlauch..." Doch "ohalätz". Plötzlich bemerke ich das nackte Hinterteil der Frau. Hemmungslos entleerte sie ihre Blase, die sie während der Nacht vermutlich mit reichlich Bier gefüllt hat.

Nun, erstaunt hat mich das Gesehene nicht. Das Gässlein, das zu unserer Schule führt, stinkt jeden Morgen ziemlich ordentlich und etliche Pfützen (bei uns regnet es ja nie...) lassen keinen Zweifel offen, dass das Gässlein des öfteren als Pissoir missbraucht wird. Und seit heute ist klar: nicht nur von Männern.

 
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